Heil mein V-Mann-Führer! So geht das:

http://haskala.de/2012/07/09/top-aussagen-im-untersuchungsausschuss/

“Der Roewer sollte mal aus dem Amt gedrängt werden, dafür wurde ein Dossier angefordert, dazu kam es aber nicht, die Person ist kurzfristig nach einem Urlaub verstorben”

“Bis 98 wurden beim VS Thüringen 3 V-Leute aus der Naziszene und 2 V-Leute aus der “Linken Szene” von den gleichen V-Mannführern betreut”

“Über unsere V-Mann-Quellen wurde im Verfassungsschutz beim Cafe im Flur geplaudert, es gab kein Quellenschutz im Amt”

Und nochmal Aussagen von Roewer zu seiner Ernennung zum Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz:

„Es gab viele im Amt, die nichts konnten, und nur wenige, die fortgebildet werden konnten. Ich galt als Spitzenkraft auf dem Gebiet Verfassungsschutz.“

„Es war an einem Tag nachts um 23 Uhr, da brachte mir eine unbekannte Person eine Ernennungsurkunde vorbei, in einem gelben Umschlag. Es war dunkel, ich konnte sie nicht erkennen. Ich war außerdem betrunken. Am Morgen fand ich den Umschlag jedenfalls noch in meiner Jacke.“

http://nsuleaks.wordpress.com/2012/07/10/untersuchungsbericht-uber-in-den-medien-dargestellte-vorgange-in-dem-thuringer-landesamt-fur-verfassungsschutz-und-deren-auswirkung-auf-die-funktionsweise-des-amtes/#more-72

Es wird empfohlen, die seit Jahren unbesetzte Stelle des Abteilungsleiters 3 (Nachrichtendienste/Geheimschutz) zügig zu besetzen.

War jeder in dieser Abteilung 3 also sein eigener Chef, über wie viele Jahre hinweg? Freelancer als V-Mannführer auf Rechnungsbasis. Outsourcing des Staatsterrorismus sozusagen. Und dieser Saftladen fordert doch tatsächlich:

Es wird empfohlen, den bisherigen Status des LfV als obere Landesbehörde beizubehalten. Eine unmittelbare Anbindung an das TIM(Thüringer Innenministerium) erscheint nicht zweckmäßig.

Herr Roewer gründete auch den Heron Verlag, der rechte Propaganda „des Amtes im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ohne Genehmigung der Fachaufsichtsbehörde“ unters Volk brachte.

Die Zeit schreibt:

Unter einem Decknamen gründete Roewer Ende der neunziger Jahre eine Tarnfirma namens Heron-Verlag, über die Hunderttausende von D-Mark in dubiose Projekte flossen. … Unter Roewer heuerte das Landesamt unter anderem den NPD-Funktionär Tino B. als V-Mann an – was auch dazu führte, dass den Neonazis fortan unverhältnismäßig hohe Spitzelhonorare zugutekamen. … Als Referatsleiter habe er junge Historiker und Politologen berufen, die viel von ihren akademischen Fächern verstanden hätten, von der Geheimdienstarbeit dagegen »null«. … Aufsehen erregte Roewer allerdings mit einer Äußerung auf einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Januar 1999, als er noch Verfassungsschutz-Präsident war. Er sprach damals über das »Dritte Reich« und dass man ältere Menschen verstehen müsse, die nicht nur schlechte Seiten daran gesehen hätten.

Roewer ist also ein Förderer des Reivivals der Esotherik-Revisionisten-Deutsches Reich-Nazis ala Thule Netzwerk, Xinos und wohl auch des massentaugliche Kopp-Verlages. Mit Steuergeldern finanzierte wissenschaftliche, ideologische Schulung für den Weltnetzbürger.

Im April 2006, beim letzten Mord des Zwickauer Trios, saß zumindest bis kurz vor den tödlichen Schüssen auf den Betreiber eines Internetcafés ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes im Nebenraum vor einem der Computer. … Doch heute lassen neue Erkenntnisse diese Spur in anderem Licht erscheinen. Neben einer Reihe von (angemeldeten) Waffen, die bei dem Sportschützen in der Wohnung gefunden wurden, entdeckten Ermittler dort auch brisantes Material: Pamphlete aus der rechten Szene, Papiere aus dem »Dritten Reich«, Auszüge aus Mein Kampf. Nicht haufenweise, aber doch auffällig viele. Zudem soll der Verdächtige wegen rechtsradikaler Ansichten in der Nachbarschaft bekannt gewesen sein: In seinem Heimatdorf werde der Mann deshalb »der kleine Adolf« genannt. Und plötzlich kocht auch der ungeheuerliche Verdacht wieder hoch, der Beamte sei an mehr als einem der Tatorte zur Tatzeit gewesen.

Ein Netzwerk von Polizisten und V-Leuten, landesweit gedeckt von Justiz und Politik. So züchtet man sich den neuen selbstbewussten Deutschen (Reichs)Bürger.